6 Hörgeräte-Funktionen, die Sie wirklich brauchen.

vom 08.09.2021

Klimaanlage, Tempomat und elektrisch verstellbare Sitze. Beim Auto wissen Sie genau, was Ihnen wichtig ist. Doch bei Hörgeräten fällt das vielen Menschen schwer.

Nur selten wird aufgeklärt, was die einzelnen Features bedeuten und welche Sie wirklich brauchen. In diesem Beitrag erfahren Sie, auf welche 6 Funktionen Sie beim Kauf achten sollten und ob die jeweilige Funktion in einem Basis- oder Premium-Hörgerät enthalten ist.

Nummer 1: 360-Grad-Raumhören – Erkennen Sie, aus welcher Richtung Sie angesprochen werden

Für den Menschen ist es völlig natürlich zu erkennen, woher ein Geräusch kommt. Dafür sorgt die besondere Form unserer Ohrmuschel, die die eingehenden Töne so verändert, dass unser Gehirn die Richtung erkennt. Hörgeräte-Träger berichten jedoch häufig von Problemen dabei.

Das 360-Grad-Raumhören bildet den natürlichen Richtungseffekt des menschlichen Gehörs nach. Dadurch erkennen Sie, aus welcher Richtung Sie angesprochen werden und können sich besser auf Ihren Gesprächspartner konzentrieren, wenn überall um Sie herum gesprochen wird.

Der Grund? Das Hörgerät sitzt hinter dem Ohr und nimmt dort den Schall auf. Die Richtwirkung unserer Ohrmuschel geht verloren. Moderne Premium-Hörgeräte können diesen Effekt jedoch nachbilden. Dazu müssen sie über mindestens zwei Mikrofone verfügen, um die Richtung des Geräusches zu berechnen. Anschließend werden die Veränderungen, die eigentlich von unserer Ohrmuschel kommen würden, mit intelligenten Algorithmen nachträglich hinzugefügt.

Im-Ohr-Hörgeräte – wie das Echo One – bilden hier eine Ausnahme: Da das Hörgerät im Gehörgang sitzt (und nicht hinter dem Ohr), bleibt der Richtungseffekt der menschlichen Ohrmuschel erhalten. Eine künstliche Anreicherung ist also nicht nötig.

Welche Hörgeräte haben das 360-Grad-Raumhören?

  • Premium-Hörgeräte: In der Regel ja
  • Basis-Hörgeräte: Nein

Nummer 2: Kanäle – je mehr desto besser? Nicht ganz…

Erfahren Sie, was es mit dem Mythos der Kanäle auf sich hat.

Wer sich eingehender mit Hörgeräten beschäftigt, stolpert schnell über die Anzahl der Kanäle (auch „Frequenzkanäle“ genannt). Mit 4, 8, 12 oder sogar 64 Kanälen wird geworben. Und intuitiv denkt man natürlich: Je mehr Kanäle, desto besser. Doch dem ist nicht so.

Hörgeräte-Kanäle einfach erklärt

Zunächst einmal zu der Frage, was die Kanäle überhaupt sind. Ein Hörgerät verstärkt Töne. Töne gibt es in unterschiedlichen Frequenzen. Es gibt hohe Töne, tiefe Töne und alles dazwischen. Mit jedem Kanal teilt das Hörgerät die Frequenzen auf, sodass man eine separate Verstärkung einstellen kann. Hätte ein Hörgerät nur einen Kanal, so könnte man also nur eine Verstärkung für alle Töne einstellen – egal ob hohe oder tiefe Töne. Das wäre natürlich schlecht, denn Ihr Hörverlust ist bei unterschiedlichen Frequenzen unterschiedlich stark. Also sind mehr Kanäle doch besser? Ja, aber nur bis zu einem gewissen Grad

Die Kurve ist Ihr Audiogramm und zeigt, bei welchen Frequenzen Sie wie gut hören. Mit den Kanälen wird das Frequenzspektrum (von ganz tiefen bis ganz höhen Tönen) in einzelne Segmente aufgeteilt. Für jedes Segment kann dann eine eigene Verstärkung eingstellt werden. Hören Sie zum Beispiel hohe Töne besonders schlecht, können dafür starke Verstärkungen eingestellt werden.

Warum sind mehr Kanäle nicht immer besser?

Die Erklärung ist ganz einfach: Wenn Sie einen Hörtest machen, erhalten Sie das Audiogramm. Das Audiogramm zeigt, bei welchen Frequenzen Sie wie gut hören. Auf dieser Basis werden Ihre Hörgeräte eingestellt. Wenn Sie sich Ihr Audiogramm anschauen, stellen Sie fest, dass dort ca. 8 Messpunkte erfasst sind – manchmal auch nur 6. Daraufhin werden die Kanäle des Hörgerätes eingestellt. Hat das Hörgerät 8 Kanäle, kann ich jeden Kanal genau auf die gemessenen 8 Messpunkte einstellen. Hat ein Hörgerät 32 Kanäle – was mache ich dann mit den restlichen? Richtig, sie haben keinen Nutzen, denn ich habe ja nur 8 Frequenzen gemessen.

Die Kanäle an einem einfachen Beispiel erklärt:

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein Mosaik mit 8 Feldern nachbauen. Ihnen stehen zwei Arbeitsplatten zur Auswahl: Die eine hat 8 Felder und die andere 32. Grundsätzlich sind 32 Felder schön, aber wenn Sie nur 8 Felder nachbauen müssen, bringen Ihnen die vielen Felder gar nichts. Genau so ist es mit den Hörgeräte-Kanälen. Wenn Ihr Audiogramm 8 Messpunkte hat, können auch nur 8 Kanäle unterschiedlich eingestellt werden.

8 Kanäle bieten bereits optimales Sprachverstehen

Eine berühmte Studie von den Wissenschaftlern Yund und Buckles hat dies bereits 1995 bestätigt. Das Sprachverständnis wurde verglichen bei 4, 6, 8 oder 16 Kanälen. Das Ergebnis? 4 Kanäle waren ganz gut, 6 Kanäle besser, 8 Kanäle noch besser, aber bei 16 Kanälen gab es keine weitere Verbesserung. Bei 8 Kanälen ist das Sprachverstehen bereits optimal.

Der „Marketing-Gag“ der vielen Kanäle hat sich jedoch gehalten. Die Branche hat gemerkt, dass sich die Kunden leicht davon überzeugen lassen, viele Kanäle seien besser. Aber Sie wissen nun, dass 8 Kanäle völlig ausreichen und alles darüber hinaus keine weitere Verbesserung bringt.

Link zur Studie: Hier klicken

Welche Hörgeräte haben wie viele Kanäle?

  • Premium-Hörgeräte: 8 bis 64 Kanäle
  • Basis-Hörgeräte: 4 bis 6 Kanäle

Nummer 3: Impulsgeräuschunterdrückung – wenn die Tür knallt..

Hörverlust ist nicht immer schlecht. Ist es nicht manchmal sogar schön, dass alles etwas ruhiger ist? Zumindest bei plötzlich lauten Geräuschen (Tür knallt zu, Schlüssel fällt herunter, Autohupe) möchte man gar nicht unbedingt so gut hören wie früher. Und genau dafür gibt es die Impulsgeräuschunterdrückung. Plötzlich auftretende, laute Geräusche werden erkannt und abgeschwächt.

Welche Hörgeräte haben die Impulsgeräuschunterdrückung?

  • Premium-Hörgeräte: Manche Ja, manche Nein
  • Basis-Hörgeräte: Nein

Nummer 4: Bluetooth, Streaming & App-Steuerung – Hörgeräte im digitalen Zeitalter

Viele Dinge, die man hören und verstehen möchte, kommen gar nicht mehr aus der Welt um einen herum, sondern aus technischen Geräten. Ob der Nachrichtensprecher im Fernsehen oder der Bekannte am Telefon: Bluetooth sorgt dafür, dass der Ton direkt in Ihre Hörgeräte übertragen wird, damit Sie das Gesprochene optimal verstehen. Manche Hörgeräte (z.B. das Echo Pro ;-)) erlauben es sogar, dass das Handy beim Telefonieren in der Hosentasche bleibt. Der Anruf wird direkt per Tastendruck am Hörgerät angenommen und das Hörgerät dient als Mikrofon – wie bei einem Headset.

Bluetooth-Hörgeräte können mit Ihrem Smartphone oder Fernseher verbunden werden. Der Ton wird dann direkt auf Ihr Hörgerät übertragen, was für optimales Verstehen sorgt.

Bluetooth-Hörgeräte können außerdem per App gesteuert werden. Zum Einen können Sie selbst Anpassungen vornehmen, zum Beispiel die Lautstärke anpassen oder das Hörprogramm wechseln. Zum Anderen kann der Akustiker nach Ihren Wünschen erweiterte Einstellungen vornehmen und diese auf Ihre App schicken – wie im Geschäft vor Ort, aber aus der Ferne. Genau so funktioniert auch die Nachsorge bei Echo. Sie können jederzeit unsere Akustiker anrufen, die wiederum neue Einstellungen per App senden. Dort aktivieren Sie die neuen Einstellungen mit einem Klick und testen diese direkt in Ihrer gewohnten Umgebung (und nicht im stillen Akustiker-Geschäft, wo sich jede Einstellung gut anhört). Die Nachsorge ist bei Echo für 6 Jahre inklusive und kostenlos.

Welche Hörgeräte haben Bluetooth und App-Steuerung?

  • Premium-Hörgeräte: Ja. Nur im-Ohr-Hörgeräte (wie das Echo One) haben aufgrund der kleinen Baugröße kein Bluetooth.
    • Echo One: kein Bluetooth, aber App-Steuerung ist trotzdem möglich
    • Echo Pro: Ja – Bluetooth, Streaming und App-Steuerung
  • Basis-Hörgeräte: Nein

Nummer 5: Schutzklasse IP68 – staub- und wasserdicht

Hörgeräte sind High-Tech-Computer im Mini-Format. Die empfindliche Mikrotechnologie will gut geschützt werden. Manche Hörgeräte erreichen die Schutzklasse IP68, was bedeutet, dass diese vollständig wasser- und staubdicht sind. Das hilft nicht nur beim ins-Wasser-Fallen, sondern schützt das Innere auch vor alltäglicher Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit, Schweiß, Regen), damit Ihre Hörgeräte länger halten. Und Sie schützen sich vor teuren Reparaturen.

Apropos Reparaturen: Wussten Sie, dass Sie bei Echo 6 Jahre Garantie auf die Geräte erhalten? Das heißt, dass jegliche Reparaturen ohne Eigenverschulden kostenlos erledigt werden. Ebenso erhalten Sie kostenlose Ersatzgeräte für die Überbrückungszeit.

Welche Hörgeräte sind staub- und wasserdicht?

Nummer 6: Die Hörprogramme – für jede Situation das Richtige

Hörsituationen können ganz unterschiedlich sein. Musik hören, ein ruhiges Einzelgespräch oder der Stammtisch in einer belebten Kneipe – die optimalen Höreinstellungen unterscheiden sich hier stark. Daher haben Hörgeräte verschiedene Hörprogramme, die Sie eigenständig (z.B. per Tastendruck am Hörgerät) wechseln können. 

Bei Premium-Hörgeräten werden verschiedene Hörprogramme jedoch immer unwichtiger, weil die Umgebung dauerhaft analysiert wird und sich die Höreinstellungen selbständig anpassen (Automatikprogramm). So erkennt beispielsweise das Echo Pro, ob Sie sich gerade unterhalten, mit wie vielen Menschen, wie laut die Hintergrundgeräusche sind und so weiter. Die Höreinstellungen passen sich an, ohne dass Sie etwas tun müssen. Dennoch schadet es nicht, auch manuell in bestimmte Hörprogramme wechseln zu können.

Welche Hörgeräte haben Hörprogramme?

  • Premium-Hörgeräte: Ja (oftmals mit Automatikprogramm)
  • Basis-Hörgeräte: Ja (ohne Automatikprogramm)

Fazit

Henning Schmidt erläutert, warum Ihnen Echo diese Entscheidung erleichtert.

Sie haben in diesem Beitrag die wichtigsten Hörgeräte-Funktionen kennengelernt und wissen nun, worauf Sie beim Hörgeräte-Kauf achten sollten. Anhand der beschriebenen Funktionen lässt sich auch erkennen, warum sich so viele Menschen für Premium-Hörgeräte entscheiden – trotz 1600€ Aufzahlung und mehr. Denn den Basis-Hörgeräten zum Nulltarif fehlt es an wichtigen Funktionen, die einen echten Unterschied im Hören machen.

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Das Sternchen beim Nulltarif: * Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen mit Leistungsanspruch und ohrenärztlicher Verordnung erstattet die Krankenkasse die Kosten der angebotenen Hörgeräte abzüglich 10 € gesetzlicher Zuzahlung pro Ohr sowie Verwaltungskosten in Höhe von ca. 30 € bis 70 €. Der genaue Abzug für Verwaltungskosten hängt von Ihrer Krankenkasse ab. Mehr Infos zur Krankenkasse